1895 – 1955: Dampfmaschinen

Eine der sehr aufwendigen Ventilmaschinen.

Als die Dampfmaschinen in die Kinderzimmer kamen, waren seit deren erstem gewerblichen Einsatz in Manufakturen und Bergwerken, schon mehr als 100 Jahre vergangen. Das war ein ungewöhnlich langer Zeitraum, zumal andere technische Neuerungen unmittelbar nach deren Einsatz als Spielzeug angeboten wurden. Ursache war sicherlich die Tatsache, dass die Maschinen in den Fabriken unter Ausschluss der Öffentlichkeit arbeiteten.

Märklin bot im Katalog von 1895 die erste Dampfmaschine an. Es war eine so genannte „Dreibeiner-Maschine“. Ein Kessel, stehend auf drei Beinen wurde von unten beheizt und oben war der oszillierende Zylinder mit Schwungrad angebracht. Eine sehr einfache Dampfmaschine, aber doch so interessant, dass innerhalb von gut einem Jahrzehnt eine ansehnliche Produktgruppe erwuchs. Es gab fast 80 verschiedene Maschinen, von der einfachen Dampfmaschine mit oszillierendem Zylinder bis zur Verbund-Maschine (Hoch- und Niederdruckzylinder) und Stirling-Motoren, sowie Dampfturbinen. Die Produktgruppe umfasste zudem eine große Anzahl von Betriebsmodellen, die über Transmissionsriemen von den Dampfmaschinen angetrieben wurden. Betriebsmodelle waren Schleifsteine, Sägen, Drehbänke, Hammerwerke, Dynamos, Pumpen, Ventilatoren, sogar ein Butterfass und weitere interessante Gerätschaften.

Die Serie der aufwändigsten Ventilmaschinen begann Märklin im März 1914. Der kurze Zeit später beginnende Krieg ließ keine große Stückzahl zu. Die Ära der Märklin-Dampfmaschinen endete mit dem Katalog von 1955.