2. Strecke – Skandinavien

Straßen- und Eisenbahnbrücke die Dänemark mit Norwegen verbindet

Wer nicht schwindelfrei ist, der sollte sich bei der Überquerung der Storebeltbrücke nicht aus dem Fenster lehnen. Hoch über dem (echten) Wasser des Wunderlandmeeres verlassen wir Dänemark über eine 8 Meter lange Brücke. In den Untiefen des Meeres lassen sich Wracks, allerlei Meerestiere und die versunkene Stadt Atlantis ausmachen, die im Wunderland sogar über einen am Grunde des Meeres entlang führenden Bahnanschluss verfügt. Wer vor lauter Begeisterung die Ölplattform am Horizont übersehen hat, bekommt im norwegischen Hafen von Bergvik noch reichlich Industrieanlagen zu sehen. Neben einem Trockendock und einem  Containerterminal mit Erzverladung, zieht mit Sicherheit auch das Fährschiff „Kronprinz Frederik“ das Auge des Betrachters in seinen Bann. Dort sollen demnächst Autos be- und entladen werden. Wer Zeit hat, sollte sich eine Hafenrundfahrt genehmigen, alleine die Fahrt durch die Schleuse ist schon ein Erlebnis für sich. Weiter flussaufwärts sieht man eine Klappbrücke aus Stahlfachwerk, die sich gemächlich vom Ufer abhebt, und in die Luft windet. Kurze Zeit später verschwindet das Schiff zwischen steilen Felswänden im engen Fjord.  Wenn wir bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Bergvik noch einmal zurückschauen, sehen wir zwei Gegensätze, wie sie größer nicht sein könnten. Die 800 Jahre alte Stabkirche Borgund - die mit Axt und bloßen Händen gebaut wurde - und etwas entfernt die moderne Eismeerkathedrale von Tromsö, bei deren Bau man Stahl, Aluminium und Glas verwendet hat.
Nun sollte man aber die Kapuze weit über die Ohren ziehen, um dem eisigen Nordwind nicht die nackte Stirn zu bieten! Denn weiter geht es durch das winterliche Schweden und direkt am ersten Bahnhof grüssen Pippi Langstrumpf, Herr Nilsson und der kleine Onkel (von der Villa Kunterbunt ist im starken Schneegestöber jedoch nur wenig zu erkennen). Für besonders coole Typen empfiehlt sich eine Übernachtung im Eishotel, welches jeden Winter aus dicken Eisblöcken neu gebaut und an Urlaubsgäste vermietet wird. Wem das noch nicht genügt, der sollte mit uns weiter Richtung Küste an das Nordmeer reisen. Eisberge treiben am endlosen Horizont gen Süden und wem jetzt noch nicht kalt ist, der bekommt spätestens beim Auftauchen des „Fliegenden Holländers“ Gänsehaut.
Einen krönenden Abschluss setzen die Erzförderanlagen von Kiruna. Über ein riesiges Areal verteilen sich die Bauwerke, die aus grobem Erz, mittels Drehrohrofen, feine Erzpellets formen. Diese werden dann auf die 7 Meter langen Erzzüge der LKAB verladen und auf den Weg nach zum Erzhafen in Bergvik geschickt. Im romantischen Ortskern von dem überwiegend aus Holzhäusern bestehenden Kiruna, kann man sehen, welche Schwierigkeiten und Gefahren hoher Schnee mit sich bringt.