Montag, 02.11. - Sonntag, 08.11.2015

Es war alles Fake. Es tut uns leid, alles war falsch. Von Anfang an. Beim Wochenbericht wurde schon geschummelt, da gab es ihn noch gar nicht. Nun ist es verjährt, deshalb hier exklusiv das große Geständnis:

Der erste Wochenbericht war gar nicht der erste. Zumindest nicht allein. Tatsächlich erschien der erste mit drei Wochen, der zweite mit zwei Wochen und der dritte mit einer Woche Verspätung – am Erscheinungstag des vierten. Das hatte technische Gründe, welche durch die damalige Website bedingt waren. Dennoch ist uns bewusst, dass Sie, treue Leserin und treuer Leser, uns nun den Bund der Treue (bitte zinslos) aufkündigen werden. Wir möchten uns für die schöne Zeit bedanken und uns von Ihnen verabschieden: „Tschüss.“

Sie sind noch immer bei uns? Freundlich. Dann heben Sie bitte jetzt Ihr Glas und sprechen mir nach: „Mensch, Wochenbericht, junge Socke, Du bist mal wieder genauso frech, wie man das in Deinem Alter eben so ist. Aber aus Dir wird sicher trotzdem einmal irgendwas werden! Und jetzt lebe Deine hübsche Schwester HOCH! HOCH! HOCH!“

Bitte nehmen Sie doch wieder Platz. Ach, es war ein herrlicher Feiertag im Wunderland. Dass der Wochenbericht jetzt endlich pubertiert, ließ kein Glas trocken, keinen Zug ungerührt und vor dem Bug unserer AIDA sprangen heute die Delfine. Sogar die Wilde Maus lief einige Stunden ohne eine Störung! Wie kann man in Worte fassen, was nur mit einer verdrückten Träne leisen Stolzes und einer Brust voll inniger väterlicher Zuneigung zu erleben ist? Lieber Wochenbericht, wenn Du das hier liest, sei versichert: Wir glauben an Dich, wir leiden mit Dir durch jedes Tal und ist der Weg auch weit, tragen wir Dich auf unseren Händen wieder hinauf zum nächsten Gipfel! Ok, genug von dem Gesülze.

Viele Wünsche, welche Themen wir heute erwähnen sollen, wurden vorgetragen. Dafür schon einmal vielen lieben Dank! Aber wir werden nicht alle heute behandeln können, auch weil manche ein grundsätzliches Niveau an Recherche voraussetzen, das unsere Redaktion jedoch vergeblich gesucht hat - ihr Personal ist ausnahmslos dem Boulevardbereich entflogen. Wir sind aber zuversichtlich, es während der nächsten Wochen wiederzufinden und in dieser Zeit alle Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen. Bitte erheben Sie sich jetzt für einen kurzen Szenenapplaus. - Danke, sehr gerechtfertigt.

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Lassen Sie uns nun der Vergänglichkeit trotzen und gemeinsam gegen ihre gnadenlose Entbedeutisierung alles Neuen aufbegehren, indem wir einen Blick zurück werfen und noch einmal all jenem, das uns einmal bewegt hat, unsere Aufmerksamkeit – äh – geben.

Auf dem langen Weg seit dem November 2000 stolperten wir über viele Meilensteine. Es begann am 6. November 2000 und damals hieß es noch nicht Wochenbericht, sondern es waren die wöchentlich erscheinenden „Entstehungsfotos“. Auch die Internetseite sah damals noch ein wenig anders aus…

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Ein weiteres Highlight aus den Anfängen des Wunderlandes war die Dampfspeicherlok. Bevor die HHLA den Wunderland-Schriftzug außen am Speicher anbrachte, stand vor dem Eingang eine Dampfspeicherlok von Henschel, um auf die neue Hamburger Attraktion hinzuweisen. Während heute die Speicherstadt zwischen Innenstadt und neuer HafenCity liegt, war sie damals noch Randbereich der Stadt und eher dem industriell geprägten Hafen zuordnen. Bis 1. Januar 2003 war sie sogar noch Teil des vom Zoll ausgenommenen Hamburger Freihafens!

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Ein Jahr später hatten wir beim Bau prominente Unterstützung: Wladimir Klitschko besuchte das Wunderland um vor einem Kampf ein Interview vor schöner Kulisse zu geben. Auf dem Sprung nach draußen sah er im Gehen die Baustelle des damals noch unfertigen Hamburg-Abschnitts und begeistert vom Thema Modellbau ließ er es sich nicht nehmen, unter Gastons Anleitung auch einen kleinen Beitrag zu leisten. Bis heute wird dieser Hafenpoller „Klitschko-Nagel“ genannt.

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In den nächsten Wochen wird es noch mehr schöne Geschichten aus der Geschichte geben. Jetzt gehen wir erstmal ganz ins Jetzt: Das Wunderland-Team präsentiert voller Stolz den ersten LIVE-WOCHENBERICHT!

Die Besucher sind schon alle wieder nach Hause gegangen und im Wunderland passiert gerade wunderliches, denn die Besinnlichkeit der stillen und leeren Gänge trügt: Es läuft laute Musik in der Anlage, an der einen oder anderen Stelle wird heimlich der ein oder andere Tanzschritt gewagt.

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Am Leitstand schickt eine unbekannte Dame mit flammender Frisur alle Züge in ihre Schattenbahnhöfe zur Ruh’. Und wenn sich die Gleise leeren und alle Züge selig schlafen, beginnt der Tanz auf der Bahn.

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Wohl jedem Wunderlandbesucher schon einmal aufgefallen sind die Gleisputzzüge, welche unermüdlich über die Anlage fahren und die Oberfläche der Gleise reinigen. Das ist unbedingt notwendig, da die Züge über die Gleise ihren Strom und Steuerbefehle erhalten und wenn durch den Schmutzbelag der Kontakt pfeifen geht, bleiben die Züge einfach stehen.

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Doch allein, das reicht nicht: Durch Schäden an den Laufflächen der Räder und über die Luft kommt stetig neuer und hartnäckiger Schmutz. Und deshalb muss zwei Mal im Jahr von Hand noch einmal nachgeputzt werden, wie man es hier bei Kira sieht, die sich freundlicherweise bereit erklärt hat, für das Foto Modell zu putzen.

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Die beiden haben sich nicht als Modell gemeldet, deshalb haben wir sie heimlich bei der Arbeit fotografiert. Denn es ist einfach herrlich mitanzusehen, das Wunderländer Staubsaugerballett.

Ballett deshalb, weil alle nur auf Zehenspitzen über die Anlage tänzeln. Dafür bitte noch
einmal Szenenapplaus. 
Danke.

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Und auch wenn es schon alle kennen: Natürlich soll auch das neue Tagesschau-Studio in den Wochenbericht-Annalen verewigt werden. Es war ein riesen Event und viele Medien haben darüber berichtet. Die Tagesschau selbst ist derweil zu einem kleinen Facebook-Hit geworden. Hier kommt ihr zum Video.

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Und diesen besonderen Wochenbericht abschließen wollen wir mit dem großen Facebook-Hit: Viele haben sicher mitbekommen, dass sich Frederik, Gerrit und Stephan sehr für Olympia in Hamburg engagieren. Und gestern haben sie eine Aktion auf die Beine gestellt, welche buchstäblich ihresgleichen sucht: Das Guinnessbuch der Rekorde hat festgestellt, dass gestern im Hamburger Stadtpark die größten menschlichen Olympischen Ringe aller Zeiten gebildet wurden. Hier sind sie zu bewundern.

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Leider gab es in dieser Woche nicht viel aus Italien zu berichten, weil alle mit den oben genannten und vor allem mit der großen Benefizaktion ab Mittwoch beschäftigt waren, die wir mit sehr prominenter Unterstützung aus der Schlagermusik starten werden.

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Doch Moment: Eins gibt es da. Eine Brücke, deren Entwicklung wir von Kindespfeilern an verfolgt haben, ist heute fertig geworden. Und welche Fledermäuse ihre Ochsenaugen einmal bevölkern werden, haben wir ja schon gelernt.

Wir wünschen eine schöne Woche!