Wolf Biermann

Wolf Biermann wurde 1936 als Sohn einer Hamburger Arbeiterfamilie geboren, sein Vater wurde 1943 als Angehöriger des kommunistischen Wiederstandes und weil er außerdem Jude war, in Auschwitz ermordet. 1953, kurz nach Stalins Tod und kurz vor dem Arbeiteraufstand am 17. Juni, siedelte Wolf Biermann in die DDR über. Er studierte Wirtschaftswissenschaften und war als Regieassistent tätig. Nach dem Mauerbau 1961 gründete er das Ost-Berliner Arbeiter- und Studententheater. Seine Inszenierung des Stückes Berliner Brautgang, das vom Mauerbau handelt, wurde verboten, und noch vor der Premiere 1963 musste das Theater geschlossen werden. Über Biermann wurde ein Auftritts- und Publikationsverbot verhängt, das insgesamt 11 Jahre währte. Gastauftritte in der BRD hatte Biermann als Liedermacher 1964 und 1965, in denen er durchaus auch kritische Worte zum DDR-Regime fallen lies.  Ein Konzert in der Kölner Sporthalle im November 1976, bei dem Biermann die DDR erneut stellenweise kritisierte, diente dem Politbüro der SED als Vorwand für die Ausbürgerung „wegen grober Verletzung der staatsbürgerlichen Pflichten“. Das Konzert wurde daraufhin vom Westfernsehen in voller Länge in den Osten gesendet. Dieser willkürliche Akt der Ausbürgerung des kritischen Sängers löste eine ungeahnte Protestbewegung in Ost und West aus und markiert für viele Menschen den Anfang vom Ende des SED-Regimes.

Ruinenleben

Gemeinderäte gingen von Haus zu Haus und schrieben jeden Raum auf, der noch irgendwie nutzbar war. Diese wurden dann von den ursprünglichen Besitzern oder Mietern genutzt oder Flüchtlingen zugeteilt. Da die noch stehenden Mauern den Wind abhielten, konnte mit einer provisorischen Überdachung zumindest ein wenig Schutz geboten werden.

Insgesamt war in Deutschland ein Viertel aller Wohnungen zerstört worden, in vielen Städten sogar mehr als 50 Prozent.

Wechselstuben

In den Wechselstuben konnte man ab 1948 Reichsmark in Deutsche Mark umtauschen. Pro Kopf durften lediglich 60 Reichsmark eins zu eins in die neue Währung umgetauscht werden – 40 Mark sofort, 20 nach zwei Monaten.

 

 

 

Energieversorgung

Das Straßenbild der unmittelbaren Nachkriegszeit prägten unter anderem auch die Kohlenwagen. Da Kohle Mangelware war, gab es Kohlenscheine, mit denen die Menschen eine begrenzte Menge erhalten konnten. Um die kleinen Rationen etwas zu vergrößern, sammelten Kinder und Frauen die von den Wagen herunter gefallenen Kohlen auf.

 

Ministerium für Staatssicherheit

Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS - auch Staatssicherheit oder umgangssprachlich Stasi genannt) war der Inlands- und Auslandsgeheimdienst der DDR und zugleich Ermittlungsbehörde bzw. Untersuchungsorgan für „politische Straftaten“. Das MfS war vor allem ein innenpolitisches Unterdrückungs- und Überwachungsinstrument der SED, das dem Machterhalt diente.

Das MfS wurde am 8. Februar 1950 gegründet. Der Sprachgebrauch der SED, der das MfS als „Schild und Schwert der Partei“ bezeichnete, beschreibt die ihm zugedachte Funktion im politisch-ideologischen System der DDR.

Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft

Am 30. Juni 1947 wurde die Gesellschaft zum Studium der Kultur der Sowjetunion gegründet. Intention und Anlass waren, nationalsozialistisches Gedankengut im deutschen Volk zu überwinden, die Freundschaft zu dem Land zu entwickeln, das maßgeblich an der Befreiung vom Naziregime beteiligt und in dem die sozialistische Ideologie in staatliche Form gegossen worden war.  Es wurden zunächst vor allem Mittel der Kultur und Kunst genutzt, um Informationen über den ersten sozialistischen Staat zu verbreiten. Am 2. Juli 1949 wurde die Umbenennung der Organisation in "Gesellschaft für Deutsch- Sowjetische Freundschaft" beschlossen.
Fortan entwickelte sie sich unter dem Kürzel "DSF" zu einer politischen Massenorganisation, die ca. 6 Millionen Mitglieder hatte, wobei viele davon dieser Gesellschaft nur pflichtgemäß und passiv angehörten. DSF bedeutete jedoch nicht ausschließlich erzwungener Beitritt in eine ungeliebte Organisation. Einrichtungen, Ereignisse und Veranstaltungen boten Möglichkeiten, die Sowjetunion und ihre Bewohner kennen zu lernen. Das fing zum Teil schon in den Schulen mit Freundschaftstreffen bei in der DDR stationierten sowjetischen Streitkräften an. Zur Vertiefung des Russischunterrichts entstanden Brieffreundschaften, die mitunter ein Leben lang hielten. Jährlich reisende Freundschaftszüge in die Sowjetunion und im Gegenzug in die DDR verschafften nicht nur FDJlern die Gelegenheit, Land und Leute kennen zu lernen.

Das Zentrale Haus der DSF in Berlin-Mitte (heute Palais am Festungsgraben) veranstaltete seit 1947 ein vielfältiges Kunst- und Kulturprogramm. Die dortige originale "Tadshikische Teestube" war ein beliebter Treffpunkt. Wie in Berlin gab es in fast jeder Bezirkshauptstadt ein solches deutsch-sowjetisches Kulturhaus. "Tage des sowjetischen Buches" und "Tage des sowjetischen Films" brachten dem interessierten Bürger Literatur und Kino der UdSSR nahe.