Presse-Mitteilung Miniatur Wunderland

25.09.2008 um 14:28 Uhr
Alter: 9 Jahr(e)

Tag der deutschen Einheit - Sonderausstellung im Miniatur Wunderland

Pressetermin am 30.09. um 11.00 Uhr im Miniatur Wunderland

Das Miniatur Wunderland wird jedes Jahr von hunderttausenden Kindern und Jugendlichen besucht. Die meisten lassen sich für Stunden von der atemberaubenden Ausstellung begeistern. Ein wesentlicher Teil des Erfolges beruht auf der Fähigkeit der Modellbauer, die Anlagenoberfläche verspielt und liebevoll auszugestalten. Zukünftig soll genau diese Fähigkeit eingesetzt werden, um verstärkt mit wechselnden Ausstellungen Inhalte zu vermitteln und den Besuchern ein nachhaltigeres Erlebnis zu ermöglichen.

„Im Miniatur Wunderland haben wir die Möglichkeit, jedes Jahr viele Kinder und Jugendliche anzusprechen. In erster Linie wollen wir unseren kleinen Besuchern einen erlebnisreichen Aufenthalt in einer Traumwelt verschaffen. Sollte es uns zukünftig aber auch noch gelingen, Ihnen spielerisch Inhalte zu vermitteln, würde mich das persönlich sehr stolz machen. Als wir vor einigen Monaten hörten, dass die Festlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit in Hamburg stattfinden, stand für mich sofort fest, dass dies der ideale Anlass für eine Sonderausstellung ist“,  erklärt Frederik Braun, Geschäftsführer des Miniatur Wunderlandes, über die geplante Sonderausstellung.

Gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung hat das Miniatur Wunderland anlässlich der Feierlichkeiten rund um den „Tag der deutschen Einheit“ eine  Ausstellung unter dem Titel „Die geteilte Stadt – eine bebilderte Geschichte der deutschen Teilung und Wiedervereinigung“ konzipiert, die die innerdeutsche Nachkriegsgeschichte an Hand von sieben Dioramen darstellt. Jedes Diorama ist einer Epoche gewidmet und zeigt das Leben, die Geschehnisse und die Auswirkungen der Teilung im Osten und Westen Deutschlands. Schauplatz ist eine fiktive Straßenkreuzung in Berlin im Wandel der Zeit. „Oberflächlich betrachtet ist jedes Diorama nur ein Abbild der Epoche. Beim zweiten und dritten Hinsehen wird der Betrachter zahlreiche kleine Szenen entdecken, die symbolisch für Ereignisse der jeweiligen Zeit stehen“, erzählt Sebastian Drechsler, Projektleiter der Sonderausstellung.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Miniatur Wunderland und der Landeszentrale für politische Bildung ergänzte sich perfekt. Die fundierten wissenschaftlichen Kenntnisse der Landeszentrale, gepaart mit der Kreativität der Modellbauer, ließen eine einzig- und neuartige Ausstellung entstehen, die gleichermaßen unterhält, als auch bildet und anregt. „Die Idee des Miniatur Wunderlandes zu einer Ausstellung zur deutschen Einheit hat uns von Anfang an begeistert“, sagt Dr. Sabine Bamberger-Stemmann, Leiterin der Landeszentrale für politische Bildung in Hamburg. „Wir haben hier gemeinsam die Chance genutzt, ein zentrales politisches Thema anschaulich und historisch detailreich im wahrsten Sinne des Wortes ‚ins Bild zu setzen’. Die politische Bildung in Deutschland braucht solche Ideen und Initiativen, um ihre zentrale Aufgabe zu erfüllen: politische Bildung auch an Jugendliche, junge Erwachsene und Menschen mit einem nicht-akademischen Bildungsgang zu vermitteln. Hier können sich alle Besucherinnen und Besucher von den Szenen gefangen nehmen lassen – das Wissen und die Erkenntnis um die dargestellten Fakten wird mit spürbarer Freude an der Sache präsentiert und kommt nicht didaktisch nachdrücklich – und damit vielleicht einschüchtern oder gar abschreckend - daher.“

Die Sonderausstellung wird allen Miniatur Wunderland Besuchern zwischen dem 03. Oktober und dem 31. Dezember 2008 ohne Aufpreis zugänglich sein. Ob danach eine neue Ausstellung kommt ist noch nicht geklärt, aber auf Grund der Begeisterung der Modellbauer nicht ganz unwahrscheinlich. „Für uns war es etwas komplett Neuartiges, abstrakt aber trotzdem wissenschaftlich korrekt zu bauen. Anfangs hatten wir alle großen Respekt vor diesen Rahmenbedingungen. Im Laufe des Bauprozesses hat sich dieses aber gewandelt. Unser Team fing an, Bücher zu wälzen, sich leidenschaftlich mit unserer Vergangenheit auseinander zu setzen und untereinander, teilweise sehr kontrovers, über ihre Wahrnehmung der gemeinsamen Geschichte zu diskutieren. Das Resultat war mehr Verständnis gegenüber der Vergangenheit, aber auch gegenüber Kollegen aus dem jeweils anderen Teil Deutschland. Das war schön zu beobachten“ resümiert Gerhard Dauscher, Leiter der Modellbauabteilung.

Zahlen & Fakten
Anzahl der Dioramen:   7
Nachgestellter Zeitraum:  1945 – 1989
Standort:    Fiktive Grenzstraße in Berlin
Figuren:    ca. 2.000

Größe der Dioramen:   65 x 75 cm pro Diorama
Maßstab:     1:87
Arbeitszeit:     ca. 2.000 Arbeitsstunden

Pressetermin   30. September, 11.00 Uhr im Miniatur Wunderland   in Anwesenheit von Dr. Sabine Bamberger-Stemmann, sowie Frederik & Gerrit Braun,
    

Ansprechpartner:
Dr. Sabine Bamberger-Stemmann (Landeszentrale für politische Bildung)
Sebastian Drechsler (Miniatur Wunderland Hamburg GmbH)

Eine Kreuzung in Berlin kurz nach Kriegsende. Sowjetische und amerikanische Panzer rollen durch die zertrümmerte Stadt.

Eine Kreuzung in Berlin kurz nach Kriegsende. Sowjetische und amerikanische Panzer rollen durch die zertrümmerte Stadt.


1961 - in einer Nacht-und-Nebel-Aktion werden am 13. August die Grenzen zwischen Ost- und Westberlin geschlossen und die erste Generation der Berliner Mauer errichtet.

1961 - in einer Nacht-und-Nebel-Aktion werden am 13. August die Grenzen zwischen Ost- und Westberlin geschlossen und die erste Generation der Berliner Mauer errichtet. 1961 - in einer Nacht-und-Nebel-Aktion werden am 13. August die Grenzen zwischen Ost- und Westberlin geschlossen und die erste Generation der Berliner Mauer errichtet.


Dieses Bild ging um die Welt: während Ost- und Westberlin voneinander abgeriegelt werden nutzt der NVA-Soldat Conrad Schumann die Gunst der Stunde und flüchtet über den Stacheldraht in den Westen.


Blick auf das letzte von insgesamt sieben Dioramen. Dargestellt ist hier das Jahr 1989.


Eines der bekanntesten Bilder der Wendezeit: Trabis werden von unzähligen Menschen an den Grenzübergängen begrüßt.

Eines der bekanntesten Bilder der Wendezeit: Trabis werden von unzähligen Menschen an den Grenzübergängen begrüßt.


Frederik Braun, Dr. Sabine Bamberger Stemmann und Gerrit Braun bei der Eröffnung der Sonderausstellung im Miniatur Wunderland.

Frederik Braun, Dr. Sabine Bamberger Stemmann und Gerrit Braun bei der Eröffnung der Sonderausstellung im Miniatur Wunderland.


Trabikorsos und jubelnde Menschenmassen am 9. November 1989.

Trabikorsos und jubelnde Menschenmassen am 9. November 1989.


Trabikorsos und jubelnde Menschenmassen am 9. November 1989.

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