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Eine Welt in Klein – Kunst zwischen Fiktion und Alltag
Modelleisenbahnen galten in einigen Gesellschaftskreisen als Inbegriff deutschen Spießbürgertums, Modelllandschaften als Flucht in ein Paralleluniversum und Modellbahner als sonderbare Träumer.Eine Welt in Klein – Kunst zwischen Fiktion und Alltag
Modelleisenbahnen galten in einigen Gesellschaftskreisen als Inbegriff deutschen Spießbürgertums, Modelllandschaften als Flucht in ein Paralleluniversum und Modellbahner als sonderbare Träumer.
Und so war es auch nicht verwunderlich, dass das Vorhaben der Gebrüder Braun, die größte Modelleisenbahn der Welt zu bauen, vor sechs Jahren von vielen belächelt wurde. Hätten sie damals noch hinzugefügt, dass ihr Miniatur Wunderland nach wenigen Jahren zu den bekanntesten Ausstellungen Deutschlands gehören, der Stadt Hamburg hunderttausende Übernachtungen bringen und einen Modellbauboom auslösen würde, wäre aus dem zweifelnden Grinsen Vieler, wohl schallendes Gelächter geworden.
Das Orchester der Lachenden wurde nach der Eröffnung im Jahr 2001 schon deutlich leiser, verstummte zeitweise und hat sich mittlerweile neu erfunden. Aus lachenden Klängen, sind Loblieder geworden. „Aus vielen, die uns anfangs für nicht voll genommen haben, sind mittlerweile große Wunderlandfans und -verfechter geworden“, merkt Frederik Braun zu dieser Entwicklung an. Diese Sinneswandlung scheint nach dem nüchternen Resümee der Zahlen auch nicht verwunderlich.
Im fünften Jahr hintereinander hat das Miniatur Wunderland im Jahr 2006 wieder einen Besucherrekord aufgestellt. 872.000 Besucher haben die Ausstellung im letzten Jahr besucht. Im ersten Halbjahr 2007 wird der 4.000.000 Besucher erwartet. Mit der Fertigstellung des Bauabschnitts Schweiz im September 2007 wird es über 1.000 qm Anlagenfläche geben, an der mittlerweile über 140 Mitarbeiter arbeiten. Damit ist das Miniatur Wunderland nicht nur neben Alster, Musicals und Hafen zu dem wichtigsten Touristenmagneten Hamburgs geworden, sondern auch zu einem gewichtigen Arbeitgeber. Vom Techniker bis hin zum Kunststudenten arbeitet das Team daran immer neue Traumwelten zu erschaffen. Die gegensätzlichsten Charaktere bringen Fragmente ihres Weltbilds in dieses vielschichtige Gesamtkunstwerk.
Aber wie kam es zu dieser Renaissance eines antiquierten Hobbys? Kann man diese ungewöhnliche Modelllandschaft gar als Kunst bezeichnen?
„Wir sind der Meinung, dass sich diese Entwicklung aus dem Zusammenspiel mehrer Faktoren begründet. Die Anlage lädt zum träumen und beobachten ein. Spiegelt Meinungsvielfalt wieder und gibt dem Betrachter die Möglichkeit Teile unserer Welt aus einer völlig anderen Perspektive zu betrachten. Stößt an, aber wertet nur selten.“, erklärt Gerrit Braun. Die 165.000 Einwohner des Miniatur Wunderland wurden von den verschiedenen Mitarbeitern bewusst in Szene gesetzt. Jeder Modellkünstler hat im Miniatur Wunderland das Recht sich frei zu entfalten und eine Teil seiner Beobachtungen und Träume einfließen zu lassen. Und so ist in 500.000 Arbeitsstunden eine Welt entstanden in der sozialkritische Szenen in romantischen Landschaften existieren, Freizügigkeit neben Tradition besteht und Reales sich mit Träumen vermischt.
Daher meint Frederik Braun: “Unsere Welt ist ein Spiegel der Realität, ist Meinungs- und Ausdrucksvielfalt und gibt dem Betrachter Interpretations







Ich sah damals im TV einen kleinen Ausschnitt über eine Gerichtsverhandlung, die von einer Modellbahn hier in Hamburg handelte und einer Bahn im Harz. Ich sagte mir damals nur, wie kann man als Quittje, nur gegen einen Hamburger Kaufmann hier in Hamburg Klage erheben ;-) ?
Aber da war mein Feuer wieder entfacht, das sich inzwischen zu einem mittleren Steppenbrand entwickelt hat.
In meiner Kindheit hatte ich, wie die meisten Jungs in meinem damaligen Alter, eine Eisenban zu Weihnachten erhalten. Diese teilte ich mir mit meinem Bruder.
Das Thema schlief dann in den Folgejahren wieder ein, aber so eine kleine Flamme der Begeisterung war trotzdem immer noch vorhanden. Sie wartete nur darauf wieder neu entfacht zu werden. Und dieses geschah dann auch im Jahre 2000 mit der o.g. Berichterstattung über diesen Gerichtsfall. Resultat ist -> Ich bin inzwischen einer der überzeugtesten Fans des MiWuLa´s, wie das Miniaturwunderland unter Freunden und Kennern genannt wird. Es ergaben sich Freundschaften bis hin zur Geschäftsleitung, aber auch sonstige private Kontakte, die auf die eine oder auch andere Weise entstanden sind durch den Kontakt mit dem MWL.
So kann man Abends Heerscharen von Männern in Anzügen und Frauen in Kostümen sehen, die gewiss nie in eine "normale" Modellbahnaustellung gegangen wären. Es ist einfach schick geworden sich mit Geschäftspartnern die Modelleisenbahn mit dem Ganzen Drum und Dran sich anzusehen. Und dabei außergeschäftliche Kontaktpflege zu betreiben. Es ist immer wieder toll, wenn man sieht wenn Geschäftsleute Ihren Geschäftspartnern auf der Anlage die einzelnen Highlights derselbigen zeigen und erklären. So ruft es dann ein gewisses Schmunzeln hervor, wenn die Herren Amerikaner dann etwas pikiert über die freizügigen Szenen hinwegsehen wollen und die Geschäftspartner weisen explizit noch darauf hin :-0
In diesem Sinne ist das MWL ein toller Spiegel der Deutschen Realität geworden mit all seiner Meinungs- und Ausdrucksvielfalt.
Grz
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