Newsmeldung Kategorie Aktion

17.09.2010 um 17:00 Uhr
Alter: 2 Jahr(e)

Zu Besuch bei den Johannitern in Port au Prince

Vierter Bericht - Freitag, 17.09.2010

Es ist 6:30 Uhr. Mein Wecker klingelt genauso in dieser fremden Welt wie zu Hause. Aber alles ist anders. Ich kenne den Plan für den heutigen Tag. Vier Stationen werden wir besuchen, wenn der Verkehr es zulässt.

Wir brechen auf. Das Tor öffnet sich und da ist sie wieder, diese Welt voller Schutt, Asche und Leid. Sie ist schon in vollem Gange, als ob es für die Menschen hier keinen Schlaf gibt. Wir werden zwei Stunden nach Leogane benötigen. Eine rekordverdächtig schnelle Zeit für diese ca. 50 KM wie wir erfahren.

Weit ab von der „Hauptstraße“ fahren wir auf ein großes Gelände der Johanniter Unfallhilfe. Jede der Stationen würde Seiten füllen; trotzdem versuchen wir es, uns kurz zu fassen. Die Johanniter sind mit fünf Rettungswagen aus Hamburg und Hannover vor Ort, großen Zelten, massenhaft Equipment und Menschen, von denen es auf dieser Welt viel zu wenige gibt. Sie geben ihr Zuhause auf um Menschen in der ganzen Welt zu helfen. Drei der Rettungswagen sind gerade unterwegs. Wöchentlich fahren sie 15 Stationen - meist provisorische Zeltlager – ab, um dort mobile Hilfe zu leisten. Besetzt je zur Hälfte mit einheimischen Krankenschwestern und deutschen Experten möchte man sicherstellen, dass in den nächsten drei Jahren (geplante Aufenthaltszeit der Johanniter) das gesamte Know-How an die Menschen vor Ort vermittelt wird. Die Rettungswagen bleiben als Spende für die Region vor Ort.

Cornelia, eine junge Orthopädin führt uns in den Prothesenbau ein. Sie zeigt uns eine Liste mit 245 Namen: alles Menschen, die ihre Beine verloren haben. Sie schaffen ca. drei bis fünf Prothesen pro Woche. High-Tech, gefertigt in einem Container mit tonnenweise Spezialgeräten. Täglich kommen übrigens neue Patienten dazu. Sie glaubt nicht, dass sie alle Prothesen in den drei Jahren schaffen wird. Heute bekommt eine junge Frau ihr neues Bein. Das Strahlen und Glück in den Augen der Frau wirkt unwirklich in dieser Welt…

Wir haben in dieser Station wenig Leid gesehen aber ganz viel Hoffnung. Haiti ist verschwunden aus den Nachrichten, erste Hilfe wurde geleistet, aber viel wichtiger ist es, den Menschen wieder eine Zukunft zu geben. Das wird Milliarden kosten. Wofür dieses Geld benötig wird, haben wir soeben eindrucksvoll erfahren. Ich habe zumindest vorher nicht daran gedacht, dass eine Prothese ein Leben rettet. Die Menschen sind wieder mobil, können arbeiten und bekommen ihr Selbstwertgefühl zurück.

Es wird Jahre dauern, bis die Menschen auf Haiti würdevoll leben können. An jeder Ecke sieht man Leid, Elend aber auch Möglichkeiten. Es gibt etliche Hilfsorganisationen und freiwillige Helfer die täglich Großartiges leisten. Leider können wir nicht alle unterstützen. Daher wollen wir ein Projekt fördern, das wir langfristig hinweg begleiten und finanziell, geistig und mit Arbeitskraft unterstützen, um den Menschen ein besseres Leben zu ermöglichen. Wir haben viele Eindrücke von möglichen Projekten bekommen. Wir werden in den nächsten Tagen das Projekt vorstellen, welches wir zusammen mit Ihnen gezielt unterstützen wollen. Wir werden von Wunderlandseite natürlich den Topf mit füllen und hoffen auch auf Ihre Unterstützung.. Wenn Sie Spenden wollen, können sie das tun

Empfänger: Aktion Deutschland hilft e.V.
Betreff: Miniatur Wunderland hilft Haiti
Spendenkonto 10 20 30
Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00

 

Alle Berichte und Eindrücke zu Haiti finden Sie gesammelt auf diesen Blog.

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Das Zentrum der Johanniter liegt in der Hafenstadt Leogane rund 15 km westlich von Port au Prince. Von den 200.000 Einwohnern wurden rund 10.000 beim Erdbeben getötet und 80-90% aller Häuser zerstört. Zehntausende wurden teilweise sehr schwer verletzt.


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Die Verletzungen der Menschen sind nicht nur körperlich sondern vor allem auch seelisch. Die Menschen haben Angehörige, Körperteile und häufig auch die Hoffnung verloren. Die Johanniter helfen mit zwei psychosozialen Betreuern und geben vielen Betroffenen Halt.



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Kommentare (Gast)

schrieb am 17.09.2010 um 18:21 Uhr
Wie lautet die internationale Bankverbindung?

schrieb am 17.09.2010 um 18:21 Uhr
Ein sehr feinfühliger und traurigstimmender Bericht.
Mögen noch einmal möglichst viele Spenden zusammenkommen!

Grz
J TV T

schrieb am 17.09.2010 um 19:25 Uhr
Hallo
Ganz toll was in Haiti vom Wunderland geleistet wird.
Macht weiter so

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