Newsmeldung Kategorie Aktion
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"Kokobes" - Zu Besuch bei Handicap und Ayshe
Dritter Bericht - Donnerstag, 16.09.2010Nach nur wenigen Stunden in Haiti ist klar: die Katastrophe ist noch lange nicht vorbei. Soweit das Auge blicken kann sieht man nur Verwüstung und gezeichnete Menschen. Zweifelsohne war Haiti bereits vor dem Erdbeben in einem desolaten Zustand, gezeichnet von Misswirtschaft, Korruption und egozentrischen Politikern. Ein Land am Abgrund, welches jedoch durch das Erdbeben endgültig hinunter gestoßen wurde. Aber diese Naturkatastrophe kann zugleich auch eine Chance bedeuten, so perfide das vielleicht klingen mag.
Jahrzehnte lang existierte dieser Karibikstaat auf der Weltkarte vieler Menschen nicht, erst die Katastrophe hat der Öffentlichkeit die Augen für die fürchterliche Lage Haitis geöffnet. Uns und viele andere auf dieser Welt haben die Bilder von damals gerührt und zum Handeln animiert. Insgesamt wurden 3,2 Milliarden Euro gespendet oder durch die UN und andere Staaten bereitgestellt. Mehrere tausend NGOs sind nun im Land und versuchen dem Leid Paroli zu bieten. Ein widriger, mühseliger und langwieriger Kampf der aber zu gewinnen ist, sofern wir die Menschen Haitis nicht wieder vergessen. Von den Menschen, die den Kampf aufgenommen haben und von denen, die für sie kämpfen möchten wir Ihnen heute berichten.
Unweit von unserem Hotel, direkt im schwer zerstörten Zentrum von Port au Prince hat sich die Organisation Handicap eingerichtet. Eine franzöische Organisation, die gemeinsam mit der Christoffel Blindenmission, die Verantwortung für die Rehabilitation aller Verletzen übernommen hat.
Wir gehen zu Fuß in Richtung der Station von Handicap. Vorbei an etlichen Händlern, Kindern die nach Geld fragen, Trümmern und Müll. Nach ein paar hundert Metern stehen wir vor dem Eingang, an dem uns Amandine, eine reizende junge französische Orthopädin, bereits wartet. Sie hat das Erdbeben selbst miterlebt, fürchterliche Verletzungen gesehen und Menschen beim Sterben zuschauen müssen. Trotzdem strahlt sie uns an und erzählt beim Rundgang durch das orthopädische Zentrum voller Begeisterung von dem, was sie bereits geleistet haben und von den großen Herausforderungen der Zukunft.
Es wird Jahre dauern, bis die Menschen auf Haiti würdevoll leben können. An jeder Ecke sieht man Leid, Elend aber auch Möglichkeiten. Es gibt etliche Hilfsorganisationen und freiwillige Helfer die täglich Großartiges leisten. Leider können wir nicht alle unterstützen. Daher wollen wir ein Projekt fördern, das wir langfristig hinweg begleiten und finanziell, geistig und mit Arbeitskraft unterstützen, um den Menschen ein besseres Leben zu ermöglichen. Wir haben viele Eindrücke von möglichen Projekten bekommen. Wir werden in den nächsten Tagen das Projekt vorstellen, welches wir zusammen mit Ihnen gezielt unterstützen wollen. Wir werden von Wunderlandseite natrülich den Topf mit füllen und hoffen auch auf Ihre Unterstützung.. Wenn Sie Spenden wollen, können sie das tun
Empfänger: Aktion Deutschland hilft e.V.
Betreff: Miniatur Wunderland hilft Haiti
Spendenkonto 10 20 30
Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00
Alle Berichte und Eindrücke zu Haiti finden Sie gesammelt auf diesen Blog.
Das Erdebeben auf Haiti hat rund 250.000 Menschen getötet und weit über 300.000 Menschen teilweise schwer verletzt. Tausenden Menschen wurden Körperteile amputiert.
Handicap hat sich zum Ziel gemacht, diesen Menschen zu helfen. Oftmals werden Verletzte und Behinderte ausgestoßen, auf Haiti heißen wurden sie lange „kokobes“ (gut für gar nichts) genannt. Seit dem Erdbeben hat Handicap über 10.000 Menschen behandelt und ihnen und auf dem Weg zur Anerkennung geholfen.
Neben der Behandlung von Wunden, kümmern sich die 400 Helfer von Handicap auch um die seelischen Wunden. Für rund 500 Menschen konnten bereits Prothesen angefertigt werden.
Es gibt aber etliche Menschen, denen Prothesen nicht helfen. Tausende haben ihre Angehörigen verloren und schwere Traumata erlitten. Zusammen mit Armony gehen wir direkt in ein vom Elend gezeichnetes Zeltlager. Uns ist unwohl beim Eindringen in diese Welt. Oftmals haben Verwundete und Verstümmelte ihre Zelte seit Monaten nicht verlassen oder wissen einfach nicht von der möglichen Hilfe. Wir gehen in ein dunkles Zelt. Armony warnt uns kurz vor dem, was wir gleich sehen. Aus dem Dunkel erscheint Ayshe, eine vor neun Monaten vermutlich mal gut aussehende, junge, ca. 25 jährige Frau. Sie hat keine Nase mehr. Ihre Augen sind kaum noch vorhanden, Teile Ihres schlanken Körpers wurden zermalmt. Sie begrüßt uns mit einem Strahlen im Gesicht. Sie erzählt uns ihre Geschichte. Sie lag mit ihrem Baby auf dem Bauch in ihrer Hütte, als das Beben geschah. Sie hat das Beben überlebt. Ihr Baby lag zwischen Schutt und Körper. Auch das gehört zu Handicaps Arbeit. Mit einem Team von Psychologen helfen Sie den Menschen bei der Aufarbeitung der Traumata. Aber genau wie bei dem orthopädischen Fachpersonal, fehlt es auch hier an qualifizierten Menschen, die sich um die seelischen und körperlichen Schnitte der Menschen kümmern. Zwar lernt Handicap bereits etliche lokale Fachkräfte an. Bis diese aber flächendeckend und ausreichend helfen können, wird noch viel Zeit vergehen.











ich bin beeindruckt!! Die Sammlung war eine tolle spontane Aktion, wahnsinn, wieviel Geld ihr zusammen bekommen habt! Und nun schaut ihr es euch vor Ort an!Ein großes Dankeschön an Euch, und an die selbstlosen Helfer vor Ort!
super, dass ihr nach so langer Zeit die Menschen auf Haiti nicht vergesst. Ich war direkt nach dem Erdbeben als Helfer dort vor Ort und kann eure Eindrücke nur bestätigen. Macht weiter so und vergesst die Menschen dort nicht. Sie brauchen noch Jahre unsere Hilfe!
LG Volker