Das Soundsystem

Im Miniatur Wunderland werden fast alle Sinne angesprochen und insbesondere die auditive Untermalung von Szenarien lässt diese glaubwürdig erscheinen. Nur ist es gar nicht einfach, den Sound vom großen Vorbild in das kleine Modell zu transportieren. Töne, die sich teilweise massiv unterscheiden, werden im Wunderland an verschiedensten Stellen eingesetzt. So musste zum Beispel für fahrende Feuerwehrautos ein anderes System entwickelt werden, als es an der Atze Schröder Bühne benutzt wird. Insgesamt werden drei Systeme benutzt, die nachfolgend vorgestellt werden.

System 1

Für die kleinen bewegten Objekte auf der Anlage, deren Aktionsradius relativ klein ist, setzen wir eine spezielle Art von MP3 Playern ein. Diese speziell von uns entwickelten Player sind direkt mit unserem Lichtssteuerungssystem vernetzt und können somit pro Player bis zu 99 unterschiedliche Sounds abspielen. Auf der Platine ist ein kleiner Verstärker integriert, mit dem man in Stereo zwei Lautsprecher betreiben kann. Durch die Speicherkarte im SD-Format ist es auch möglich, diese Sounds sehr schnell zu verändern, ohne den Player aus der Anlage ausbauen zu müssen. Mit diesem Gerät werden nun immer mehr kleine Aktionen mit dem richtigen Sound ausgestattet.

Ein speziell von uns entwickelter MP3-Player
MP3-Player mit SD-Speicherkarte

System 2

Nicht immer soll bei einer Aktionsfläche nur ein wenig Ton abgespielt, sondern auch ein Video auf kleinen Displays eingespielt werden. Dort nutzen wir für unsere Zwecke speziell angepasste MP4 Player. Dabei wurde die Ansteuerung dieser Player so modifiziert, dass wir sie mit unserem Lichtsteuerungssystem regeln können. So können nicht nur der gute Ton, sondern auch interessante Bilder bei den Aktionen im Miniformat gezeigt werden.

Speziell angepasste MP4-Player sorgen für guten Ton und ein interessantes Bild

System 3

Bei den Carsystemen und Schiffen stellten wir uns immer wieder die Frage, wie wir diese relativ kleinen Objekte mit Sound ausstatten können. In den Fahrzeugen war dafür kein Platz mehr, da diese durch die Akkus und die Mikrocontroller im wahrsten Sinne des Wortes vollgestopft waren.
Also mussten wir uns eine andere Lösung einfallen lassen. Bei der Knuffinger Feuerwehr war dieses am Anfang kein großes Problem, da die nach Hamburger Vorbild gebauten Fahrzeuge immer nur vor Kreuzungen ihr Martinshorn einschalten. Dafür nutzen wir unsere MP3-Module, die dann dementsprechend von der Carssystem-Steuerung geregelt wurden. Bei den amerikanischen Einsatzfahrzeugen sah das von Anfang an ein wenig anders aus. Sie fahren die ganze Zeit mit eingeschaltetem Horn und spielen dabei sogar unterschiedliche Melodien. Da sich die Fahrzeuge dabei aber über die gesamte Anlage bewegen, konnte man nicht mit statischen MP3-Playern arbeiten. Diese sind nicht in der Lage das Gefühl zu vermitteln, dass sich der Ton wirklich bewegt.

Nach langem Suchen und Anfragen bei Herstellern, fanden wir dann eine PC basierende Lösung, die uns genau dieses Verfolgen der Autos möglich macht. Grundlage des Systems sind Soundkarten, die normalerweise ihren Einsatz in Tonstudios finden. Diese Soundkarten können mittlerweile bis zu 64 Ausgänge zur Verfügung stellen, die jeweils ein eigenes Tonsignal ausgeben.
Damit kann man aber noch keine wirkliche Verfolgung der Fahrzeuge erzeugen, da man in Abhängigkeit zu den Fahrzeugen auf die verschiedenen Ausgänge die Sounds in unterschiedlichen Lautstärken regeln muss. Zusätzlich sind die Wege der Fahrzeuge nicht immer gleich - mal müssen die Fahrzeuge anhalten oder eine Umleitung fahren, so dass wir keine fest programmierten Abläufe nutzen konnten.
Abhilfe schaffte ein kleines Software Entwicklungsteam aus Berlin, die ein Tool entwickelt hatten, welches uns dabei half, die oben genannten Probleme zu lösen. Dieses Tool ermöglichte es, ein Objekt akustisch frei im Raum zu positionieren, wie z.B. bei Surround-Sound im Kino, und diese Position in Echtzeit zu verändern. Durch die Daten, die uns die Carsystem-Steuerung liefert, können wir so jedes Fahrzeug auf der Anlage verfolgen und mit fast unendlich vielen Sounds ausstatten. Ein weiterer Vorteil dieses Systems ist, dass man über die gesamte Anlage Sounds verteilen könnte. Davon haben wir aber bisher Abstand genommen, da wir immer wieder feststellen mussten, dass unsere Gäste Töne und Sounds, die sie visuell nicht zuordnen können, sehr schnell als Lärm oder Krach aufnehmen und sich dann gestört fühlen.

Soundmatrix des USA-Abschnitts zur Steuerung der Samples für die fahrenden Fahrzeuge
Detailierte Darstellung des Samplers
Ausgangsmischpult für die Pegelanpassung der Samples.