Conrad Schumann

Conrad Schumann diente Anfang der 1960er-Jahre in der Volkspolizei, nach drei Monaten Grundausbildung in Dresden wurde er zu einer Unteroffiziersschule in Potsdam geschickt. Anschließend meldete er sich freiwillig für den Dienst in Berlin.
Am 15. August 1961 bewachte er die Berliner Mauer, die damals seit zwei Tagen errichtet wurde, an der Kreuzung zwischen Ruppiner Straße und Bernauer Straße. An dieser Stelle war die Mauer noch nicht mehr als ein niedriger Stacheldrahtzaun. Schumann nahm die Gelegenheit wahr und sprang über den Stacheldraht. Er legte nach dem Sprung sofort seine Maschinenpistole ab und rannte in einen Polizeiwagen, dessen offenstehende Tür als Schutz ihn ermutigt hatte, dieses Wagnis einzugehen.
Peter Leibing, ein Fotograf, ahnte, dass etwas Ungewöhnliches passieren würde und drückte in dem Moment auf den Auslöser, als Schumann sich über dem Zaun befand. Dieses Bild wurde zu einem der bekanntesten Fotos des Kalten Krieges.
Nach der Flucht zog Schumann nach Günzburg in Bayern.
Nach dem Fall der Berliner Mauer sagte Conrad Schumann: "Erst seit dem 9. November 1989 fühlte ich mich wirklich frei." Dennoch fühlte er sich in Bayern mehr zu Hause als in Sachsen, wo er Spannungen aufgrund seiner damaligen Tat befürchtete. Er zögerte sogar, seine Familie dort zu besuchen. Er fürchtete zeitlebens die Rache früherer Mitarbeiter des ehemaligen Ministerium für Staatssicherheit.
Schumann lebte zuletzt in Oberbayern und war in Ingolstadt tätig. Oben genannte Ängste und persönliche Probleme sollen die Gründe gewesen sein, wegen derer sich der Maschineneinrichter 1998 erhängte.

Gastarbeiter

Zehn Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde in Deutschland Hilfe aus dem Ausland benötigt: die eigenen Kräfte reichten bei weitem nicht aus, um das Land wieder aufzubauen. Arbeiter wurden von Firmen vor allem für körperlich schwere Tätigkeiten händeringend gesucht, sowie im Straßen- und Brückenbau.  1955 schloss die Bundesrepublik mit Italien das erste Anwerbeabkommen, weitere folgten mit Griechenland und Spanien (1960), der Türkei (1961), Marokko (1963), Portugal (1964), Tunesien (1965)  und Jugoslawien (1968). Der millionste Gastarbeiter kam bereits 1964 nach Deutschland. 

Modernes Bauen

In den 60er Jahren - als das sogenannte 'Moderne Bauen' an Bedeutung gewann - wandelten sich die Vorstellungen von Architektur. Die funktionale, moderne Formensprache der Gebäude aber auch der öffentlichen Plätze gehorchte nunmehr vornehmlich den Vorgaben der Rationalität und Funktionalität. Beton kam hier vermehrt zum Einsatz.