Grenzgänger

Rund 122.000 West-Berliner waren in Ost-Berlin oder im Berliner Umland beschäftigt und wurden dort mit DM-Ost entlohnt (Ost-Grenzgänger), während 76.000 Ost-Berliner in den Westsektoren Berlins arbeiteten, wo sie in DM-West bezahlt wurden (West-Grenzgänger). Infolge des Umtauschkurses von 1:4, der der etwa vierfach höheren Kaufkraft der DM-West gegenüber der DM-Ost entsprach, war damit bei ungefähr gleichen Lohnsätzen in Ost und West die Existenz von über 120.000 westberliner Haushalten gefährdet. Um den einheitlichen Berliner Arbeitsmarkt aufrecht erhalten zu können, schufen die Westmächte am 20. März 1949 eine Lohnausgleichskasse. Dort konnten die Ost-Grenzgänger 60% ihrer DM-Ost-Lohnsumme in DM-West umtauschen, während die West-Grenzgänger nur 10% ihres Einkommens in DM-West ausgezahlt bekamen und 90% in DM-Ost. Aber nicht nur diese finanzielle Ungleichheit machte den Grenzgängern das Leben schwer.

Als die Republikflucht 1961 einen immer größeren Umfang annahm und die SED eine Lösung des Problems durch die Absperrung der Grenzen ansteuerte, entfesselte sie aus propagandistischen Gründen ein Kesseltreiben gegen die West-Grenzgänger in Form öffentlicher Veranstaltungen und einer Pressekampagne, in denen diese als Verräter, Kriminelle und Schmarotzer hingestellt wurden. Durch eine Reihe von neuen Vorschriften, die ab 1. August 1961 in Kraft traten, wurde den West-Grenzgängern eine Fortsetzung ihrer Beschäftigung in West-Berlin praktisch unmöglich gemacht.

Passkontrollen

West-Berliner mussten mit ihrem „behelfsmäßigen Berliner Personalausweis“ (Reisepässe der Bundesrepublik wurden von den DDR-Behörden nicht anerkannt, wenn als Wohnsitz West-Berlin eingetragen war) einen Berechtigungsschein für ein Tages- oder Mehrfachvisum beantragen. Dafür gab es in den West-Berliner Bezirken fünf Büros für Besuchs- und Reiseangelegenheiten, Ost-Büros im Westteil der Stadt. Es wurde zwischen Verwandten- bzw. Bekanntenbesuchen und touristischen Einreisen unterschieden. Mit einem Visum für Ost-Berlin durfte das Berliner Stadtgebiet nicht verlassen werden. Die Mindestumtauschbeträge pro Tag (Umtausch von DM in Mark der DDR) waren für Ost-Berlin und die übrige DDR von 1974 bis 1980 unterschiedlich (6,50 DM für Ost-Berlin, 13 DM übrige DDR), danach einheitlich 25 DM. Zeitweise gab es das Geld bereits abgezählt in Plastiktüten verpackt – ein Beutel für Ost-Berlin, zwei Beutel für die DDR. Die Ausreise musste bis spätestens 24 Uhr geschehen, eine Übernachtung in Ost-Berlin war normalerweise nicht möglich.

FDJ - Freie Deutsche Jugend

Die FDJ war ein sozialistischer Jugendverband und wurde am 1. März 1946 durch die Lizenzierung durch die sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) als selbständige Organisation der Deutschen Jugend für alle Jugendliche ab 14 Jahren gegründet.

1948 wurde eine Kindervereinigung der FDJ gegründet und in Junge Pioniere umbenannt. Zielgruppe waren die Sechs- bis Vierzehnjährigen, es gab die Unterteilung in Jungpioniere (1-3. Klasse) und Thälmann-Pioniere (4.-7. Klasse).

Drehorgelspieler

Wie die fliegenden Händler ihre Waren, so boten Straßenkünstler oftmals improvisierte Kunststücke an. Straßenmusikanten, Akrobaten, Schausteller, Clowns und Jongleure gehörten zu einem typischen Bild der Nachkriegszeit. Die Straßenkunst stand für den Aufbruch aus den Trümmern, die das Nazi-Regime und der Zweite Weltkrieg hinterlassen hatten. Die harte Realität und der tägliche Kampf ums Überleben konnten dadurch eine kleine Weile in den Hintergrund treten.

Baubewegungen im Grenzgebiet

Vor allem in der Sowjetischen Besatzungszone prägte die Demontage das Bild der Nachkriegszeit. Der Abbau von Industrieanlagen diente zur Demilitarisierung und als Ersatz für die Zerstörungen durch die deutsche Besatzung und den Krieg.