Die Umsetzung

Wie kam es zu der Entscheidung?

Bevor dieser Traum aber Realität werden konnte, musste eines gewährleistet sein: Dieses Abenteuer durfte die über Jahre aufgebaute Existenz als Discotheken- und Musiklabelbesitzer nicht gänzlich zerstören. Daher musste noch geklärt werden, ob der Traum finanziell überhaupt zu realisieren ist, ob genügend Besucher kommen würden, alles technisch umzusetzen möglich wäre und ob es in Hamburg einen geeigneten Ort gibt, an dem die größte Modelleisenbahn der Welt entstehen kann.


Um zu ermitteln ob es jemals möglich sein würde, den enormen Kapitalaufwand durch genügend Gäste zu decken, entschieden sich die beiden dafür, eine Umfrage zu machen. Über 3.000 Personen mit verschiedensten Merkmalen wurden hierfür über das Internet befragt und sollten beurteilen, welche von 45, teils fiktiven, Sehenswürdigkeiten sie in Hamburg besuchen würden. Bei den Männern lag das Gedankenkonstrukt Miniatur Wunderland auf Platz drei, bei den Frauen auf dem allerletzten Platz. Trotz dieser gar nicht eindeutigen Ergebnisse stand nun für das Gründer-Team fest: „WIR BAUEN DIE GRÖßTE MODELLEISENBAHN DER WELT“.

 

Wieso Hamburg, wieso die Speicherstadt?

„Hamburg ist für mich die schönste und vollkommenste Stadt der Welt“, hört man sowohl Frederik, Gerrit, als auch Stephan oft sagen, wenn sie auf Hamburg angesprochen werden. Alle drei sind von Herzen Hamburger und fühlen sich Ihrer Heimatstadt eng verbunden, aber auch verpflichtet. Und so stand für das Team von Anfang an fest, dass die größte Modelleisenbahn der Welt nach Hamburg gehört.

Die Suche nach einem geeigneten Platz innerhalb der Elbmetropole gestaltet sich allerdings schwieriger. Es musste ein Ort gefunden werden, der sowohl für Touristen als auch Hamburger attraktiv und verkehrsgünstig gelegen ist, rund 2000 qm Nutzfläche pro Etage bietet, räumliche Expansions-Potenziale hat, architektonisch zu einer Modelleisenbahn passt und von den Mietpreisen darstellbar bleibt. Durch Vermittlung der Wirtschaftsbehörde wurde ein Kontakt zur Hamburger Hafen und Logistik AG, kurz HHLA, hergestellt. Die HHLA war sofort von der Idee begeistert und bot die Fläche am Kehrwieder zu fairen Konditionen an. Und so war der perfekte Ort gefunden.

Wie wurde das Wunderland finanziert?

Relativ schnell stand fest, dass eine Modellbahnanlage dieser Größe und dieser Detailtreue sehr teuer sein wird und sich nur über Kredite finanzieren lässt. Das Team gingen also mit zwei DIN-A4 Blättern, auf dem ihre Idee skizziert war, zu Ihrer Hausbank und hatten den Wunsch, einen Kredit über 2 Mio. D-Mark zu bekommen. Alle drei waren sich ziemlich sicher, von den Bankern ausgelacht zu werden - 2 Mio. D-Mark, zwei DIN-A4 Blätter und ein Modelleisenbahntraum... Das sieht für einen Banker nicht unbedingt plausibel aus – dachten sie.

Umso überraschter waren sie, als relativ schnell das OK von der Bank kam. Im Nachhinein hat sich zwar herausgestellt, dass sie sich komplett verkalkuliert hatten und aus 2Mio D-Mark bis heute knapp 10 Mio. Euro geworden sind. Bei der Gästezahl haben sie sich aber glücklicherweise auch verschätzt – im Juni/Juli 2009 wird der 6 Millionste Besucher im Wunderland empfangen! 

An dieser Stelle sei aber auch noch angemerkt, dass das Miniatur Wunderland im Gegensatz zu den meisten anderen Ausstellung dieser Größe ohne jegliche staatliche Förderung ausgekommen ist!

Die Bauphase:

Darauf folgend entstanden hunderte Ideen, ihr Konzept einer erlebbaren Anlagen für die ganze Familie zu bauen. Es sollte keine Anlage hinter einer Glasscheibe entstehen, sondern eine komplette Modellwelt in der Züge nur eins von vielen Highlights sind. "Unsere Idee war es eine Welt zu bauen, die gleichermaßen Männer, Frauen und Kinder zum träumen und staunen animiert", beschreibt Gerrit Braun die Grundidee. Mit dieser Grundidee und tausend kleinen Spinnerein fuhren sie zu Gerhard Dauscher nach Mühlhausen in der Nähe von Neumarkt.

Gerhard Dauscher war sofort von dem Traum infiziert und sagt alle Termine und Aufräge ab. Seit diesem Tag ist er der Chefmodellbauer des Miniatur Wunderlandes und für einen großen Teil des Erfolges verantwortlich. Bevor allerdingsmit dem Bau begonnen werden konnte, musste ein Team gefunden werden. Daher entschlossen die vier, ein Modellbaucasting druchzuführen. Für dieses Casting bewarben sich mehr als 150 Personen. Es wurden insgesamt 40 Interessierte, verteilt auf zwei Tage, zu einem Casting eingeladen. Basierend auf dem Casting suchte sich Gerhard Dauscher ein Team aus Modellbauern zusammen, die zu 95% keine klassischen Modellbauer, sondern exzellente Handwerker waren.

Und so begann der Bau des Miniatur Wunderlandes in der Speicherstadt, der bis heute andauert. Mittlerweile wurden schon mehr als 1000 qm erschlossen und bis 2020 sollen viele weitere folgen.

In unseren Wochenberichten haben wir den Bau und andere Vorkommen rund um das Wunderland von der ersten Woche an dokumentiert. Die Wochenberichte können Sie auf dieser Seite einsehen.